Geselle fordert neue Parameter für Bewertung der Corona-Gefährdungslage

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Oberbürgermeister Christian Geselle

Die Zahl an Corona-Neuinfektionen ist aktuell auch in der Stadt Kassel auf einem hohen Niveau. Nun seien neue Maßstäbe im Hinblick auf zu ergreifende Gesundheitsschutzmaßnahmen und insbesondere bei der Bewertung der Infektionslage zu setzen, erklärt jetzt Oberbürgermeister Christian Geselle.

„Die Betrachtung der Inzidenzen als alleiniger Parameter zur Beurteilung des Infektionsgeschehens und der Gefährdungslage vor Ort ist mittlerweile zu kurz gedacht“, wiederholte Geselle seine kürzlich in einem Interview geäußerte Auffassung. „Wir müssen jetzt anfangen, umzudenken, und auch andere Faktoren wie die Hospitalisierungsrate und den Impffortschritt betrachten. Wie soll es eine Rückkehr zur Normalität geben, wenn bei jedem Anstieg der Inzidenz verschärfte Einschränkungen greifen. Ich bin froh, dass dies jetzt bundesweit auch diskutiert und eingefordert wird.“ Nur so können die Freiheitsrechte für geimpften Personen weiter gewährleistet werden und beispielweise die Schulen offengehalten werden.

Die Freiheitsbeschränkungen wurden ja vorgenommen, um vor allem das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, resümierte der Oberbürgermeister. Man habe in den Krankenhäusern genügend Kapazitäten für schwere Verläufe vorhalten müssen. „Die Rahmenbedingungen haben sich durch die Impfungen nun aber verschoben“, so Geselle. „Wenn ich doppelt geimpft bin, kann ich zwar an Covid-19 erkranken – die Krankheitsverläufe bei den wenigen Impf-Durchbrüchen sind in der Regel aber milde.“

Die „Hessische Verordnung zum Schutz der Bevölkerung vor Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV 2“ tritt mit Ablauf des 16. September 2021 außer Kraft. Als Präsident des Hessischen Städtetags sagte Geselle, dass die kommunale Familie im Einklang mit der Hessischen Landesregierung eine aktualisierte Fassung der Verordnung anstrebe – so wie sie in anderen Bundesländern schon in Kraft ist.

Langfristiges Maßnahmenpaket angekündigt

Geselle kündigte an, dass die Stadt Kassel bei dauerhafter Überschreitung der aktuell hessenweit geltenden Warnstufe 100 in einer Allgemeinverfügung ein langfristiges Maßnahmenpaket anordnen werde. Kern dessen werde eine erweiterte 3G-Regelung sein, die Zugang zu vielfältigen Leistungen und Freizeitaktivitäten nur für Geimpfte, Genesene und Getestete vorsieht.

Basisschutzmaßnahmen wie das Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumlichkeiten, beim Einkauf oder im ÖPNV, ein Abstandsgebot von 1,5 Metern zu anderen Personen sowie die Hygiene- und Lüftungsregelungen bleiben unabhängig von verordneten Maßnahmen weiterhin bestehen.

Geselle sagte zur Impfquote: „Wir legen derzeit bei knapp 60 Prozent doppelt geimpften Kasseler Bürgerinnen und Bürgern. Die Impfbereitschaft bei allen, die sich impfen lassen können, muss dennoch unbedingt weiter erhöht werden.“

Um noch mehr Menschen mit mobilen Impfangeboten erreichen zu können, setzt die Stadt Kassel unter anderem einen „Impfbus“ ein, der die verschiedenen Stadtteile anfährt. „Mit dem Impfbus wollen wir den Impfstoff noch gezielter dahin bringen können, wo viele Menschen sind“, sagte Geselle. Man wolle weiter offensiv Aufklärung betreiben und niedrigschwellige Angebote anbieten.

Weiterhin können sich alle Bürgerinnen und Bürger auch im City-Point in der Innenstadt von Kassel anmeldungs- und kostenlos gegen das Corona-Virus impfen lassen. Das Impfzentrum Kassel direkt neben dem Auestadion ist zudem sieben Tage die Woche von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

QUELLEStadt Kassel
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